Oesterreichischer Alpenverein

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OeAV Sektion Sillian

 

Sillianer Hütte

Verhaltensregeln auf Alpenvereinshütten

19.06.2010  H. G.

 

 

Das Hüttenleben unterscheidet sich in vielen Punkten vom Alltag daheim oder vom Ferienaufenthalt in einem Hotel.


Der gemeinsame Aufenthalt in himmlischen Höhen findet oft unter engen Platzverhältnissen und mit einfacher Einrichtung statt. Nur dank gewisser Regeln und einer Spur Bescheidenheit und Rücksichtnahme aller Hüttengäste kann dieses Zusammenleben klappen.


Ein Hüttenwirt hat viele Aufgaben:

Einkauf, Logistik, Kochen, langer Arbeitsweg, Hüttenwege sanieren, Ernährung, Servieren, Kalkulieren, Gästebetreuung, Mitarbeiterführung, Marketing, Hauswirtschaft, Administration, lange Arbeitstage, erste Hilfe, Flexibilität, Improvisationskunst, Abgeschiedenheit, Gebäudeunterhalt, Wetterprognosen, Wassergewinnung, Abwasserreinigung, Stromerzeugung, uvm.

 


Vor dem Hüttenbesuch:


Reservierung:

Mindestens einen Tag im Voraus sollten die benötigten Schlafplätze und Mahlzeiten reserviert werden. Der Platz auf Hütten ist beschränkt und Ausweichmöglichkeiten gibt es nicht. Möglicherweise kann eine Hütte auch schon ausgebucht sein.

Bei einer Verhinderung bitte auch wieder abmelden! So können die Plätze wieder vergeben werden und der Hüttenwirt muss nicht vergeblich auf dich warten.


Vegetarier – Allergiker:

Lebensmittel sind auf Hütten nur beschränkt verfügbar. Wenn schon bei der Anmeldung auf Vegetarier oder Allergiker hingewiesen wird, kann sich die Hüttenküche danach richten.


Hunde:

Aus hygienischen Gründen können Vierbeiner nicht im Schlafraum übernachten. Solltest du deinen Hund auf die Hütte mitnehmen wollen, kläre dies zuerst mit dem Hüttenwirt ab!


Essenszeiten:

Fixe Essenszeiten sind in den Alpenvereinshütten üblich. Ein pünktliches Erscheinen ist wichtig. Lass die anderen Gäste und die Küchencrew nicht warten. Teilweise sind für das Frühstück flexible Zeiten möglich.


Verspätung:

Informiere den Hüttenwirt, dann braucht er nicht auf dich zu warten! Auch muss er sich keine Sorgen über dein Ausbleiben machen. Daher ist es immer gut, die Telefonnummer der Hütte dabei zu haben.

 


Bei der Ankunft:


Anmeldung:

Melde dich bei der Ankunft in der Hütte an. Du bekommst deinen Schlafplatz gezeigt und wirst über Besonderheiten der Hütte informiert. Als Alpenvereinsmitglied solltest du immer deinen Alpenvereinsausweis vorzeigen. Vergiss auch nicht den Eintrag im Hüttenbuch! Er kann im Notfall dein Leben retten.

Bei Gruppen übernimmt der Gruppenleiter die Anmeldung und leitet alle nötigen Informationen an die Gruppenmitglieder weiter.


Ausrüstung:

Schuhe, Pickel, Seil, Steigeisen und Stöcke werden im Schuhraum versorgt. So ist dein Material am Morgen griffbereit und die Hütteneinrichtung wird geschont.

 


Hüttenalltag:


Verhalten in der Hütte:

Im Inneren der Hütte tragen die Gäste Hüttenschuhe. Diese werden zum Teil in den Hütten zur Verfügung gestellt oder selbst mitgebracht. Jedenfalls sollten die Bergschuhe in der Hütte nicht getragen werden!


Schlafplätze:

Sind die Kleider aufgehängt und die übrigen Sachen gut verstaut, hat auch der Bettnachbar genügend Raum.


Schlafsack:

Ein Seiden- oder Baumwollschlafsack ist leicht mitzunehmen und dient des eigenen Wohlbefindens und der Hygiene. Die Bettwäsche wird in der Regel nur ein Mal im Jahr gewaschen. Der Hüttenschlafsack ist auf den Alpenvereinshütten vorgeschrieben.


Störungen:

Verhalte dich in und um die Hütte ruhig und rücksichtsvoll. Halte die Hütte und ihren Umkreis sauber. Die Hüttenruhe ist jedenfalls einzuhalten. Vorausschauende Organisation und Ordnung, Packen des Rucksacks schon am Vorabend und sparsamer Umgang mit der Taschenlampe/Licht schonen die Nerven und den Schlaf der Anderen.


Rauchen:

Die Raucher treffen sich vor der Hütte. Kippen zersetzen sich in der Natur äußerst langsam und enthalten Giftstoffe; zu ihrer Entsorgung stehen Aschenbecher bereit.


Ressourcen:

Gehe mit allen Ressourcen auf der Hütte sparsam um. Wasser, Lebensmittel, Strom und Brennstoffe sind auf einer Berghütte kostbare Ressourcen.


Abfall:

Es ist üblich, den eigenen Abfall wieder mit ins Tal zu nehmen. Der Abtransport der Abfälle ist auf den meisten Hütten sehr aufwändig.


Die Hüttencrew freut sich, wenn die Gäste mithelfen. Den eigenen Tisch abzuräumen sollte kein Problem darstellen. Auch wenn die Zimmer aufgeräumt und sauber sind, erleichtert das die Arbeit der Hüttencrew.

 

Autor: Jürgen Pruner

Datum: 06.07.2009

Quelle: Hüttenknigge der Vereinigung Schweizer Hüttenwarte, Hüttenordnung des ÖAV, DAV, AVS

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